Ein Tag voller Begegnungen, Frühlingsstimmung und vertrauter Traditionen – das war der 1. Mai im Lina‑Oberbäumer‑Haus in Soest. Schon am Morgen wurden die Bewohnerinnen in ihren Wohnbereichen besucht – zur Einstimmung gab es einen kleinen „Maikäfer“ auf dem Tablett, liebevoll vorbereitet und mit einem Lächeln überreicht.
Später zog ein fröhlich dekorierter Wagen mit Maibowle und Knabbereien durch das Haus. Überall standen kleine Maibäume, und gemeinsam erklangen vertraute Mailieder, die viele seit Jahrzehnten begleiten. „So fühlt sich Frühling an“, sagte eine Bewohnerin gerührt. Eine andere ergänzte: „Diese Lieder kenne ich noch aus meiner Kindheit – das weckt so viele Erinnerungen.“
Für ältere Menschen hat der 1. Mai eine vielschichtige Bedeutung. Er verbindet Frühlingsfreude mit gelebtem Brauchtum und – für viele – auch mit der Erinnerung an die Arbeiterbewegung und an erkämpfte Rechte. Das Aufstellen von Maibäumen, gemeinsames Singen und das Erleben von Gemeinschaft sind für viele Seniorinnen ein Stück Heimatpflege. Gleichzeitig erinnert der „Tag der Arbeit“ an ein langes Berufsleben und an Zeiten, in denen Solidarität und Zusammenhalt besonders wichtig waren.
Im Lina‑Oberbäumer‑Haus wurde all das spürbar: ein Tag, der Traditionen lebendig hält, Erinnerungen weckt und den Bewohnerinnen zeigt, wie wertvoll ihre Geschichten und Erfahrungen sind.